Pazifismus

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Kautschpoteijto

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 Die andauernden Rufe nach (und Lieferungen von)  "Waffen,  Waffen,  Waffen!"  seien "alternativlos".   So wird  es von großen Teilen u. a. der deutschen Politelite suggeriert. 

Gewalt als der Weisheit letzter Sch[l]uß.  Ein Armutszeugnis! Ehemaliges "Volk der Dichter und Denker" -  nicht wiederzuerkennen. 

Margot Käßmann wagt sich aus der neuen Mode der  kriegseskalierenden Forderungen,    im Interview mit "Domradio":

Sie glauben weiter an die Kraft der Gewaltlosigkeit, an die bleibende Kraft des Pazifismus. Aber wäre es jetzt nicht tatsächlich ganz schön naiv, einem brutalen Diktator wie Putin mit weißer Fahne und Friedenstaube entgegenzutreten?

Margot Käßmann (ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland): Für mich ist immer die Frage: Was ist naiv? Ist es nicht auch naiv zu sagen, wir liefern Waffen ohne Ende? Es muss ja irgendwann auch ein Limit geben. Was sind die Ziele? Man muss das Ganze ja vom Ende her denken. Ich denke, wir haben auch gesehen, dass Waffen nicht unbedingt Frieden schaffen. Denken wir nur an den Einsatz in Afghanistan. Da hieß es, die Freiheit Europas würde am Hindukusch verteidigt. Daran sind die Zweifel ja auch berechtigt gewesen.

DOMRADIO.DE: Was würden Sie [...]

 

www.domradio.de/artikel/kaessmann-verteidigt-pazifismus-im-ukraine-krieg
 
Schwieriges Thema, habe auch schon oft gedacht, dass es besser wäre keine Waffen zu liefern. Letzten Endes verlängert das den Krieg und fordert noch mehr Todesopfer, nicht nur bei den kämpfenden Parteien, sondern auch in den armen Ländern, die wegen ausbleibenden Weizenlieferungen Hungersnot erleiden.

Aber andererseits darf man Putin nicht einfach das Land überlassen, so wie es bei der Krim war. Ich denke es wird irgendwann eine diplomatische Lösung geben, nur wird die so aussehen, dass es zu den Bedingen von Putin sein soll und dann wird er Teile der Ukraine russisch werden lassen wollen.

Unser Forum : ausflugtipps.homesites.de
 
Hallo,

ich finde, es ist falsch, Waffen dorthin zu liefern. Ich denke, der Konflikt wird so enden, dass keine Seite wirklich gewinnt. Die Ukraine wird aufgeteilt werden, Russland wird die Gebiete erhalten, die sie haben möchten und das war es dann.

Gruß Andreas
 
Wie man aktuell sieht, es werden immer wieder Ausreden gefunden, warum dieser und jener Krieg "notwendig" sei. Das Morden nimmt kein Ende.

Reinhard Meys Gedanken in "Sei wachsam", 1996:

"[...] 

Wir hab‘n ein Grundgesetz, das soll den Rechtsstaat gerantier‘n

Was hift′s, wenn sie nach Lust und Laune dran manipulieren

Die Scharfmacher, die immer von der Friedensmission quasseln

Und unterm Tisch schon emsig mit dem Säbel rasseln?

Der alte Glanz in ihren Augen beim großen Zapfenstreich

Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied und Heim ins Reich!

"Nie wieder soll von diesem Land ein Krieg ausgehen!"

"Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht beiseite stehen!"

"Rein humanitär natürlich und ganz ohne Blutvergießen!"

"Kampfeinsaätze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschließen"

Sie ziehen uns immer tiefer rein, Stück für Stück

Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück

[...]"

  www.songtexte.com/songtext/reinhard-mey/sei-wachsam-3bda04d0.html 
 
 

In Zusammenhang mit einer Schule in Offenbach, wo ein 15-Jähriger Schüler einen Mitschüler in den Kopf schoß und dabei weitere Mitschüler verletzte (Motiv Rache für Mobbing), eine Nutzerantwort:

Die Politiker zeigen weltweit, dass Gewalt mit Waffen eben doch eine Lösung ist. Was für Vorbilder regieren eigentlich die Welt?
 
Es gibt auch einfach zu viele Waffen. In vielen Ländern gehören die zum Alltag dazu und auch das führt dazu, dass diese leichtferttig benutzt werden.
 
Kriegerdenkmal

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Denkmäler werden verehrt,

gleichzeitig neue Soldaten in Kriege befohlen.

Wieder mal Leben opfern,

für ein paar Obrigkeiten,

die nicht in der Lage oder Willens sind,

Frieden zu leben.

Ja, verdammt, so einfach ist das.

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"Friede ist das Gegenteil von Sicherung.

Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben,

und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg."

 

(Dietrich Bonhoeffer Werke Band 13, S. 300

London 1933-1935)
 
"Warum Krieg?":

Zum Briefwechsel von Albert Einstein &  Siegmund Freud:

[...] 

„Gibt es einen Weg, die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien?“ Er sieht die Lösung in einer überstaatlichen Organisation, die Konflikte friedlich schlichtet, und fragt nach den psychologischen Gründen, warum Menschen trotz der zerstörerischen Folgen Kriege unterstützen. Er verweist auf das Machtbedürfnis herrschender Schichten, die durch Manipulation von Bildung, Presse und Religion die Massen mobilisieren, und fragt, wie man die „Psychosen des Hasses und Vernichtens“ überwinden könne. [...]
 

www.wikiwand.com/de/articles/Warum_Krieg%3F#/media/File:Warum_krieg.jpg

Der  Argumenteaustausch (1933) ist im www auch  in Vollversion (z. B. als kostenlose  PDF) erhältlich. 
 
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Auch auf der Kirchweih (heute,  in A-Lechhausen) ist das Thema akut:

Wie bei solchen Aufschriften üblich,  wird suggeriert, die endlosen Morde in Krieg seien lange her,  jetzt alles gut,  wenn man in Ruhe den Opfern von vor langer Zeit gedenkt.  Während in diesen Stunden auch mitten in Europa wieder viele Menschen sterben,  für die Ziele von ein paar machthungrigen Politikern.  
 
44 Minuten,  Gespräch,  SWR, 

Ole Nymoen: „Ich will für keinen Staat sterben“ 

Zur Waffe greifen, bereit sein, Menschen zu töten, und das Land, das in früheren Kriegen „Vaterland“ genannt wurde, mit Gewalt zu verteidigen? Der Publizist und Podcaster Ole Nymoen verweigert sich. Und begründet dies in seinem Buch „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“: einem Plädoyer gegen den Krieg, das in Deutschland für Aufsehen gesorgt hat. Wie kann diese Haltung vertreten werden angesichts der Weltlage und vor dem Hintergrund der Debatte um die Wehrpflicht? Der studierte Politikwissenschaftler versteht seine Weigerung zugleich als Protest für mehr kollektive Selbstbestimmung.
 

Die Sendung zum Nachhören im Link:

www.swr.de/kultur/gesellschaft/ole-nymoen-ich-will-fuer-keinen-staat-sterben-100.html
 
Die Frage: „Waffen liefern in Krisenregionen“ lässt sich nicht mit ja oder nein beantworten. Wobei ich selber nach dem Einmarsch der Russen in der Ukraine sehr lange die Hoffnung hatte, dass sich Herr Putin alleine durch Verhandlungen wieder zurückzieht. Daran glaube ich schon lange nicht mehr.

Was tun, wenn ein Aggressor mich angreift, wenn er meine Frau, meine Kinder entführt, droht sie zu ermorden, oder vollendete Tatsachen schafft? Die andere Backe hinhalten, so wie es schon im Alten Testament notiert ist? Flüchten, das verbrannte Land dem Eindringling überlassen?  

Wohin flüchten, wenn ich in der neuen Heimat auch um mein Leben fürchten muss?

Zusehen, wie Soldaten und Zivilisten gleichermassen abgeschlachtet werden, von Leuten die auch Menschen sind, wie du und ich? Oder versuchen sie zumindest zu stoppen? Wo ist die Grenze zwischen reiner Verteidigung, oder zurückschlagen?

Oder, wie es oft passiert – wie du mir, so ich dir… nur um ein vielfaches härter? Für tausend von Terroristen getötete Opfer nun zig-tausende,  egal ob im Erwachsenenalter, oder in den Windeln liegend?

Herr Trampeltier hat das Verteidigungsministerium in Kriegsministerium umbenannt. Wohl wissend dass der dritte Weltkrieg schon vor der Tür steht. Es braucht nur einer von den Hauptakteuren durchzudrehen.

Was würde passieren, wenn weltweit wirklich alle Waffen eingesammelt würden, die berühmten Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet würden, es keine Feuerwaffen mehr gäbe? Ein Aufschrei der Rüstungsindustrie..

Fakt ist, dass die Rüstungsindustrie ein Milliardengeschäft ist, und viele der Kriegsregionen weltweit auch durch deutsche Waffen überhaupt erst entstehen konnten.

Was wäre wenn es eine höhere Instanz gibt, ein ungeschriebenes Gesetz das besagt dass sich die jeweiligen Möchtegern- oder tatsächlichen Oberhäupter im direkten Zweikampf messen, so wie in der Natur? Ohne Hilfsmittel, nur mit dem was die Natur ihrem Körper an Kraft, Wendigkeit und Geschick mitgegeben hat.   Ohne Mord und Totschlag, der Unterlegene unterwirft sich dem Sieger. Der wiederum lässt dann auch vom Unterlegenen ab, und lässt ihn gehen. Ohne Blutvergiessen.

Leider nur eine Fiktion, die zwar im Rudel bei verschiedenen Säugetieren funktioniert, nicht aber beim Menschen.  Im Gegensatz zu vielen hoch entwickelten Säugetieren sind manche Menschen machtbesessen, um jeden Preis.

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barfüssige Grüße von Gabi, dem Menschen der hinter dem Namen Bruder Jonas steckt - zur Erinnerung an meinen treuen vierbeinigen Wegbegleiter.

guckt auch auch mal hier:

www.bruderjonas.de - www.bruder-jonas.de - www.barfuss-forum.de - www.zur-blende.de/
 
Mein Fazit: So lange Menschen auf der Erde leben, wird es auch Kriege geben. Eine unumstößliche Tatsache, mit der wir uns leider abfinden müssen. Frieden schaffen ohne Waffen? Wir sollten es trotz allem immer und immer wieder versuchen.  
 
Nochmal zu Albert Einstein.  Als "militanter Pazifist" -  Zitat:

"Es gäbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reichtümer der Welt richtig verteilen würden, statt uns zu Sklaven starrer Wirtschaftsdoktrinen oder -traditionen zu machen. Vor allem aber dürfen wir nicht zulassen, daß unsere Gedanken und Bemühungen von konstruktiver Arbeit abgehalten und für die Vorbereitung eines neuen Krieges mißbraucht werden. [...] 

Ich bin nicht nur Pazifist, ich bin militanter Pazifist. Ich will für den Frieden kämpfen. Nichts wird Kriege abschaffen, wenn nicht die Menschen selbst den Kriegsdienst verweigern.  

[...]"

brennstoff.com/ausgaben/ein-militanter-pazifist/
 
  Gedanken zu Pazifismus,  von Heribert Prantl

heribertprantl.de/prantls-blick/sternstunden-des-pazifismus/

(Artikel von wohl 2024) 

[...]

Carlo Schmid (SPD), Vorsitzender des Hauptausschusses bei den Grundgesetzberatungen, wollte Deutschland eine friedensstiftende Vorreiterrolle einnehmen lassen. „Krieg ist kein Mittel der Politik“ – das war seine plakative Formulierung, die er gern im Grundgesetz gesehen hätte. Man solle doch im Zeitalter des „Atombombenkrieges“, so hatte er schon bei den Beratungen zu der von ihm geprägten Verfassung von Württemberg-Hohenzollern vom 28. November 1946 gesagt, mit einem bewussten Verzicht Deutschlands auf eine Politik der militärischen Stärke ein „neues gesundes Vorbild“ auch für andere Staaten sein.

[...]

Das wäre wohl gescheiter (und notwendig,  weil   aktuell  Deutschland  in oberstem Interesse   sich als "tüchtig" für Krieg[e]  zeigt) gewesen. 
 
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