Gelsenkirchen -Stadt der tausend Feuer

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Der Bolf

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Stadt der tausend Feuer! So nannte man Gelsenkirchen früher tatsächlich. In den 60er- und 70er-Jahren war die Luft dunstig von den Emissionen der Schwerindustrie. Zahlreiche Zechen und Kokereien prägten das Stadtbild.
Das alles ist mittlerweile Vergangenheit. Die Schwerindustrie gibt es nicht mehr, genausowenig wie die Zechen. Nur ein paar Fragmente dieser Industrie hat man stehen gelassen und damit auch ein Stück Erinnerungskultur. Seit der Jahrtausendwende ist hier ein enormer Strukturwandel im Gange und längst noch nicht abgeschlossen. Dafür ist die Luft in Gelsenkirchen nicht mehr dunstig und kann sich durchaus mit Orten auf dem Lande messen.

Hier ist der neu gestaltete Neumarkt in der Innenstadt von Gelsenkirchen zu sehen.

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Das Bildnis eines Bergmannes auf dem Heinrich-König-Platz in der Innenstadt.

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Es sind viele Kunstwerke verteilt im ganzen Stadtgebiet. Und nicht alle fristen zur Freude der Einwohner dort ihr Dasein. Eines davon ist der "Blobster", ein 120 000 Euro teures Gebilde, welches im Volksmund die "kackende Amöbe" genannt wird. Bisher habe ich noch niemanden getroffenen, der irgendetwas schönes darüber sagen konnte, außer natürlich der Künstler selber.

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Ein weiteres polarisierendes Kunstwerk ist der Herkules auf dem Turm der ehemaligen Zeche Nordstern. Die Einwohner nennen ihn nur den Ömmes und sind nicht glücklich über dieses Monster, welches über den Stadtteil wacht. Er hat 2 Millionen Euro gekostet und wiegt 15 Tonnen. Finanziert wurde das Kunstwerk von einer großen Wohnungsbaugesellschaft, die in der ehemaligen Zeche Nordstern ihre Hauptniederlassung hat.

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Man kann den Herkules auch besuchen. Ein Fahrstuhl bringt die Besucher auf eine Plattform unterhalb des Kunstwerkes. Wenn der Himmel klar ist, kann man von hier aus bis in das Bergische Land sehen. Vom Herkules selber sieht man auf dieser Plattform allerdings nur das Hinterteil. Das ist wohl ziemlich vernarbt, wird aber trotzdem gerne als Fotomotiv verwendet.

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In Sichtweite der Veltins-Arena befindet sich auf dem Friedhof Buer-Beckhausen ein einzigartiges Begräbnisfeld für Schalke-Fans. Die Begräbnisstätte ist wie ein Stadion in Form eines Fußballfeldes angelegt und in Blau-Weiß gehalten. Vom übrigen Teil des Friedhofes ist das Fan-Feld durch einen blau-weißen Zaun abgetrennt.

Im Mittelkreis des nachgemachten Spielfeldes (Foto oben) hat der Meisterspieler Adolf Urban seine letzte Ruhe gefunden. Im 2. Weltkrieg ist er in Rußland gefallen und in Kalinigrad beerdigt worden. Jetzt sind seine sterblichen Überreste zurückgekehrt nach Gelsenkirchen und am Anstoßpunkt nochmals begraben. Eine Gedenktafel erinnert daran, wer hier seine letzte Ruhe gefunden hat.

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Der Schalke-Friedhof steht aber nicht nur den sterblichen Überresten berühmter Persönlichkeiten zur Verfügung. Jeder der möchte, kann sich hier schon zu Lebzeiten seine Grabstelle sichern. Die vielen Schilder zeugen davon, dass es bereits viele Schalke-Fans gibt, die davon Gebrauch machen. Und einige sind auch schon getreu ihrem Wunsch hier bestattet worden.

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Hallo,

danke schön für diese sehr schöne virtuelle Stadtführung durch Gelsenkirchen.

Gruß Andreas
 
zetor5011:

Hallo,

danke schön für diese sehr schöne virtuelle Stadtführung durch Gelsenkirchen.

Gruß Andreas
Danke für die Rückmeldung. Die bekommt man in der Regel nur noch selten. Ich bin auch noch nicht fertig mit der Vorstellung meiner Heimatstadt. Es gibt hier so viel Einzigartiges, dass ich noch ganz viel zu schreiben habe. Und natürlich werde ich auch Bilder dazu liefern.

Viele Grüße

Rainer Bolf
 
Hallo Rainer,

ich schreibe hier, so gut es geht, regelmäßig. Wenn ich mal nicht schreibe, bin ich mit Videouploads für meinen Youtube-Kanal beschäftigt. Ich würde mich aber über weitere Informationen über Gelsenkirchen freuen.

Gruß Andreas
 
Die Schalker Meile

Fährt man von der A 2 in Gelsenkirchen von der Autobahn runter in Richtung Innenstadt, kommt man unweigerlich über die Schalker Meile oder die Meile der Traditionen, wie man sie auch nennt. Hier in Schalke-Nord schlägt das eigentliche Herz des FC Schalke 04, obwohl die Arena mittlerweile ganz woanders liegt. Hier liegt auch die ehrwürdige Glückaufkampfbahn, die Spielstätte vergangener Tage. Schalke ist mehr als nur ein Fußballclub. Schalke ist ein Mythos, den man eigentlich nicht beschreiben kann, wenn man ihn noch nicht erlebt hat.

Von Norden kommend beginnt die Schalker Meile an der Zufahrt zum Stadthafen, hinter der Autobahnbrücke der A 42.

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Nach wenigen Metern ist rechts der Eingang zur Glückaufkampfbahn, die heute im Besitz der Stadt Gelsenkirchen ist.

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Ein Stück weiter auf der linken Straßenseite befindet sich ein gelbes Haus. Dieses Haus gehört einer holländischen Gesellschaft. Eigentlich wollten die Damen und Herren dieser Wohnungsgesellschaft den Wert des Hauses steigern und haben es gründlich renoviert. Sie waren schlecht beraten, denn diese Renovierung hatte fatale Folgen. Woher sollten die Holländer auch wissen, dass die Farbe Gelb bereits vom Erzrivalen Borussia Dortmund belegt ist. Nur ein paar Tage, nachdem das Haus neu angestrichen war, flogen die blauen Farbbeutel gegen die Fassade. Die Fans des FC Schalke 04 empfanden es als unerträglich, gerade auf der Schalker Meile mit ihren Traditionen ein solches Haus stehen zu haben.

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Mit Nachdruck wurde per Graffiti gefordert, das Haus neu zu streichen. Dieser Aufforderung sind die Eigentümer natürlich nicht nachgekommen. Sie haben alles so gelassen wie es ist. Die Strafanzeige, die sie erstattet hatten, ist im Sande verlaufen. Jedenfalls hat man nichts davon gehört, dass die Täter ermittelt werden konnten.

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Schräg gegenüber des gelben Hauses war man schlauer. Hier lässt sich erahnen, wie viel Tradition in diesem Stadtteil bzw. der Straße steckt. Im Erdgeschoß war früher die Kneipe Wellhausen, wo man sich vor und nach dem Spiel getroffen hat.

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Neben der Traditionskneipe Wellhausen, die heute "Auf Schalke" heißt, ist der ehemalige Tabakwarenladen von Ernst Kuzorra, den später Stan Libuda übernahm. Früher hatten viele Schalker Spieler so einen Tabakwarenladen, verteilt auf das Stadtgebiet.

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Vor Beginn der Brücke im Hintergrund endet die Schalker Meile. So traditionsreich die Meile auch sein mag, so hat sie auch schwerwiegende Probleme. Diese Straße ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, auf der sich der Verkehr so richtig knubbelt. Hier befindet sich auch eine Feinstaub-Messstation. Regelmässig sind hier die Werte überschritten und ebenso regelmässig wird über Fahrverbote nachgedacht. Die Luft kann sich in dieser Häuserschlucht einfach nicht so gut austauschen, wie das woanders der Fall ist.

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Zum Schluß nochmal ein Blick zurück in nördliche Richtung. Ganz in der Ferne sieht man die Brücke der A 42, den Beginn der Schalker Meile.

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Hallo Rainer,

eine sehr schöne Fortsetzung der Stadtführung hast Du erstellt. Zu Schalke habe ich eine Frage, ist das ein Stadtteil von Gelsenkirchen?

Gruß Andreas
 
zetor5011:

Hallo Rainer,

eine sehr schöne Fortsetzung der Stadtführung hast Du erstellt. Zu Schalke habe ich eine Frage, ist das ein Stadtteil von Gelsenkirchen?

Gruß Andreas
Ja, das ist ein Stadtteil von Gelsenkirchen.

Viele Grüße

Rainer Bolf
 
Hallo Rainer,

danke schön für die Info. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

Gruß Andreas
 
Das Bahnwärterhäuschen von Don Alfredo

Nördlich des Rhein-Herne-Kanals im Stadtteil Buer-Beckhausen an der Horster Straße kann man ein Industriedenkmal der besonderen Art besichtigen. Es ist das Bahnwärterhäuschen von "Don Alfredo" Alfred Konter.

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Alfred, oder besser Don Alfredo, wie man ihn liebevoll nannte, war Schrankenwärter an der Hugobahn, die die damals schon belebte Straße überquerte. Als die Zeche Hugo dann geschlossen wurde und Alfred in Rente ging, war auch das Bahnwärterhäuschen überflüssig. Es stand kurz vor dem Abriss. Alfred hat seinen ehemaligen Arbeitsplatz mit Zähnen und Klauen verteidigt und es nach einem zähen Ringen tatsächlich geschafft, dass der KVR (Kommunalverband Ruhr) das Bahnwärterhaus in die Denkmalliste aufnahm und auch noch renovierte. Die ehemalige Bahntrasse wurde zu einem Radweg umfunktioniert und das Häuschen wurde ein beliebter Treffpunkt von Radlern und Nachbarn. Und stets war auch Don Alfredo zugegen und erklärte jedem mit Hingabe, wie alles funktionierte. Im Januar 2017 verstarb Alfred Konter im Alter von 88 Jahren. Dabei hatte er immer betont, dass er 104 Jahre alt werden wollte in Anlehnung an seinen Fußballverein Schalke 04.
Er möge in Frieden ruhen.

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Sehr interessanter Bericht, toll auch die Geschichte um Don Alfredo, solchen Leuten sollte man ein Denkmal setzen wenn sie sich so einsetzen.

Interesanterweise haben wir uns übrigens vor ein paar Jahren auch die Frage gestellt wo der Begriff Schalke herkommt. Wir haben es damals auch googlen müssen. Als Auswärtiger macht man sich meist über so etwas ja gar keine Gedanken, wir auch nicht, bis wir zu einem Konzert auf Schalke fahren wollten.

Ähnlich ging es mir (Sven) früher schon einmal. Ich besuchte früher oft Opeltreffen und eins wurde veranstaltet von den Ghostdrivern Münster. Damals als ich das erste Mal von diesem Club hörte, fand ich den Namen Ghostdriver also Geisterfahrer total unpassend für einen Autoclub, schließlich sind Geisterfahrer auf Autobahnen oft mit tödlichen Unfällen verbunden. Wie sich dann aber herausstellte, war der Club im Stadtteil Geist in Münster beheimatet...
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 und es handelte sich dadurch eigentlich nur um ein Wortspiel.

Unser Forum : http://ausflugtipps.homesites.de
 
Das schiefe Haus von Horst

Im Gelsenkirchener Stadtteil Horst auf der Markenstraße in Richtung Schloßpark geht es ziemlich bergauf. Das merke ich insbesondere dann, wenn ich mit dem Fahrrad da lang fahre. Und noch eine Besonderheit ist an dieser Stelle zu sehen. Was für Pisa der schiefe Turm, ist für Gelsenkirchen das schiefe Haus an der Markenstraße.

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Wenn man den Chroniken von Horst Glauben schenken kann, ist der Boden hier in der Gegend um bis zu ca. 28 m abgesackt. Der Bergbau hat hier seinen Tribut gefordert. So richtig findet man nirgends Informationen über das schiefe Haus auf dem Foto. Soweit ich mich erinnern kann, war es schon immer so. Da fragt man sich doch, wie man darin noch wohnen kann. Oder sind die Gardinen nur Deko und die Räume sind leergezogen? Vorstellen kann ich es mir durchaus.
Ist schon lustig, wenn man die Schieflage sieht, die man leicht an den Falten der Gardine erkennen kann. Die Kaffeetasse kann man dort auch nur halb voll machen, sonst schwappt es über.

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