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bruder jonas
Guest

Die Spatzen pfeifen vom Dach...
der Artikel wurde einst für ein (inzwischen nicht mehr aktives) Naturistenforum geschrieben. Da es sich bei den "Nackerten" um Kunst im öffentlichen Raum handelt, will ich ihn euch nicht vorenthalten. Bilder von lebenden Personen sind mit deren Einwilligung veröffentlicht.
ob es die Ulmer Spatzen in dieser Form noch gibt (ich denke da an die 111 Esel von Wesel) weiss ich nicht. Der Ulmer Spatziergang war am Ostersonntag des Jahres 2008.
Wenn ihr es genau wissen wollt, es sind die Ulmer Spatzen, die von der Dächern verkünden: Bruder-Jonas war da, und hat Dinge entdeckt, die vielen von den heimischen Bewohnern beim täglichen Stadtbummel nicht mehr auffallen.
Klar für euch ist sicher, daß mir besonders die Nackerten nicht verborgen blieben. Wenn ich auch reichlich Mühe hatte, welche zu entdecken. Denn bei Temperaturen im einstelligen Plus-Bereich traut sich ja nicht jeder unbekleidet im Park herum zu stehen.
Dafür sind sie geübt, auf dem Hochseil nackt mit dem Fahrrad zu balancieren. Solch einen Wagemutigen entdeckte ich am Bahnhofsvorplatz. Aus der Eingangshalle kommend nach rechts, steht dort ein Schuppen für Fahrräder. Auf diesem zeigt der Sportler in luftiger Höhe sein Können.

Was wäre Ulm ohne die Donauufer, und genau da zog es mich zunächst hin. Ich beschloss, einen leichten Bogen zu gehen, der mich zunächst Richtung Ehinger Tor führen sollte. Ja so was aber auch... da spazierte doch einer nackig über die Straße, es schien fast so als wohnte er dort. Das wird wohl der Wächter der Stadtmauer gewesensein, der seinen morgendlichen Rundgang gerade beendet hatte.

Weiter ging es in die Ehinger Anlagen. Es gibt selten eine Grünfläche ohne einen sprudelnden Brunnen. Dieser hier ist aus Sandsteinen gemauert, und wird von einer Mauer umgeben, an deren Innenseite Bänke aufgestellt sind für Minuten der Rast und des Besinnens.

Sicher ist dies auch ein Platz für heimliche Stunden mit der Angebeteten, ein kleiner Plausch, neckische Worte, Händchen halten – die beiden oben auf der Säule blicken auch ganz verstohlen zur Seite. Wenn jemand fragt – sie haben nichts gesehen.

Ich folgte dem Hinweisschild des Donauradwanderweges, zunächst unter der Brücke hindurch, dann links Richtung Innenstadt. Vom Steg aus genoss ich eine herrliche Aussicht auf die Stadt. Ich folgte dem Donaulauf flußaufwärts außerhalb der Stadtmauer, von der noch ein beachtliches Stück gut erhalten ist.
Ein Denkmal mahnt gegen den Krieg. Trauernde Familienangehörige. Wie viele waren es, die unnötig ihr Leben ließen? Wer weiß das schon . . .

Nachdenklich wanderte ich weiter, abwechselnd innerhalb der Mauer, betrachtete das Fischerviertel mit seinen schmucken kleinen Fachwerkhäusern, und der großen und kleinen Blau die sich zwischen den Gassen hindurch winden. Das Plätschern der Flüsschen trug meine Gedanken weit weg, nach irgendwohin.
Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Die noch junge Frühlingssonne lockte die ersten Sonnenhungrigen auf die Wiese. Es schien wohl im Windschatten der Mauer schon recht angenehm mild zu sein.

Diese Figur hier scheint wohl schon etwas länger zu stehen. Was genau es darstellen soll, vor der Fischerplatz-Galerie, ich weiß es nicht. In der Mitte der Figur, das hat doch etwas Weibliches. Es erinnert ein wenig an die Brüste einer Frau.

Wieder außerhalb der Stadtmauer, spazierte ich weiter. Durch den Metzgerturm gelangte ich zur Gasse „Unter der Metzig“. Um diesen Turm ranken sich einige Gerüchte. Unter anderem soll die Schieflage des Turms dadurch entstanden sein, daß sich im oberen Teil des Turmes betrügerische Metzger, allesamt gut beleibt, aus Angst vor dem Henker in eine Ecke gedrängt haben und dadurch den Turm ins Wanken gebracht haben.
Ganz rechts an der Mauer innerhalb des Torbogens ist ein Bild zu erkennen:

Die läßt es sich vielleicht gut gehen.. zugegeben der Waschzuber ist etwas klein, doch ihr Gesichtsausdruck zeigt daß sie sich pudelwohl fühlt. Es fehlt nur noch jemand der ihr den Buckel mit der Wurzelbürste bearbeitet.
Nun ging es einen steilen Berg hinauf, direkt zum Marktplatz. Im Mittelpunkt des freien Platzes steht der Syrlin-Brunnen, Ulms ältester noch erhaltener Brunnen überhaupt. Dahinter glänzt das Rathaus, die Fassade ist reichhaltig bemalt mit Szenen aus dem alten Testament.

Bergaufwärts gesehen, zeigt das linke Gemälde den Sündenfall, und die danach folgende Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Rechts oben im Bild, sind die beiden zu sehen, wie sie ihre Körpermitte bedecken. Wie ein Feigenblatt sieht mir das von Adam ja jetzt nicht aus, doch so genau will ich die Bibeltexte jetzt nicht nehmen.

Seht ihr wie der Teufel lacht ?

Zu früh gefreut.
Salomon läßt sich nicht täuschen und fällt sein gerechtes Urteil, das später nach ihm und seiner Weisheit benannt wird.

Auch das wird dem Teufel nicht schmecken: was die beiden Gemälde „Liebe“ und „Hoffnung“ zeigen – hier nebeneinander im Bild.

Ein kleines Stück weit vom Rathaus entfernt, steht das Ulmer Münster. Das Westportal – auch hier wieder Bilder vom Sündenfall - diesmal in Figuren dargestellt.
Eine ebenso ausführliche Darstellung könnt ihr auf der Nordseite des Münsters bewundern.

Es reichte langsam, mir schmerzten die Füße vom langen Gehen. Ich beschloss noch einmal einen kleinen Abstecher zum Fischerviertel zu machen. Jetzt, nachdem die Sonne an diesem schönen Nachmittag doch noch hervor gekommen war wollte ich noch einmal dem Wasserspiel der Blau zusehen, wie sie sich an den Häusern entlang windet.
Ja da schau einer an.. eine Fischersfrau die sich nach Abkühlung sehnt. Oder ist sie gar vom Balkon im ersten Stock ins Wasser gefallen?

Ich befragte die Spatzen in der nahen Sandgrube, und ihren menschlichen Gefährten dem sie etwas zwitscherten.
Was das wohl war?
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Barpfötige – ups – barfüssige Grüße von Gabi, dem Menschen der hinter Bruder Jonas steckt. Gewidmet meinem treuesten Vierbeiner, seit Anfang 2016 im Regenbogenland
guckt auch auch mal hier: www.bruderjonas.de - www.laspia.de - www.bruder-jonas.de
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