Die Nackerten von Eilenburg (Sachsen)

Bruder Jonas

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Dieser Ausflug liegt schon einige Jahre zurück, wer das „spezielle“ sucht findet hier etliche hübsche Motive

Eilenburg ist ein Ort, den man nicht unbedingt kennen muss. So ganz klein ist er auch nicht, immerhin eine Kreisstadt in Sachsen, gelegen an der Mulde.

Ich kam eher zufällig dorthin, weil ich ein Ausflugsziel suchte, das nicht all zu weit von meinem damaligen Heimatbahnhof entfernt war. Knapp eine Stunde von Halle Hbf, über Landsberg, Delitzsch, durch flaches Gelände. die Endstation – ein Ort wo sich auf den ersten Blick gesehen Fuchs und Hase „gute Nacht“ sagen.

Da wunderte mich auch nicht, dass vieles hier aussah, als hätten die Leute ihr Hab und gut gebündelt und in eine wirtlichere Gegend umgesiedelt. Liebe Eilenburger, mag sein dass sich das inzwischen geändert hat, ich war vor fast 20 Jahren dort ;)

Und an dem Tag auch nicht ganz so gut zu Fuss, weswegen an dem Tag auf einen ausgedehnten Rundgang verzichtet wurde.

Immerhin, der Stadtpark zog mich magisch an. Das satte Grün der Wiesen lockte, sich doch dort ein wenig umzusehen. Ich war doch tatsächlich nicht der Einzige an diesem Sonntag, der ein paar Sonnenstrahlen suchte. Ganz unschuldig stand er da, der nackte Knabe, und schaute den Bienen zu wie sie von einem Löwenzahn zum nächsten flogen.

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Langsam schlenderte ich weiter, am Stadtgraben vorbei der träge vor sich hindümpelte.
Ein paar Libellen tanzen in der Luft, aus den Büschen war das muntere Gezwitscher der heimischen Singvögel zu hören.


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Für viele nichts Besonderes, und doch waren es gerade diese alltäglichen Töne bei denen einer so schön die Seele baumeln lassen kann.

Einige hundert Meter weiter, nicht gleich zu erkennen, stand eine junge Mutter und spielte mit ihrem Kind. Sie streckte es der wärmenden Sonne entgegen, und jeder der ihnen zuschaute, konnte wohl erahnen dass die beiden Freude aneinander hatten. Die Skulptur stammt vom Leipziger Bildhauer Hans-Joachim Förster, und wurde Anfang Februar 2025 aus dem Stadtpark gestohlen. Ob sie wieder aufgetaucht ist, weiss ich nicht

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Nach kurzer Zeit war ich bereits am Ende des Stadtparks angelangt, und wandte mich Richtung Ortsmitte. Von dem menschenleeren Marktplatz aus bot sich mir ein Blick auf das Rathaus mit dem Marktbrunnen davor, dessen Geschichte bis in das Jahr 1712 zurück reichte.

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Kurz nach zehn – es war noch kühl am Tag, und ich hatte viel Zeit.

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Mich zog es weiter Richtung Osten, zum Mulderadwanderweg. Ich wollte ein Stück weit südlich, in die freie Natur marschieren.
Ende April zieht es ja nicht nur die Wanderleute auf die Straße. Auch die Musikanten packen ihre Fiedeln aus und spielen für den Mai ein Ständchen.

So wie hier in der Torgauer Strasse: Ein nackiger Ziehharmonikaspieler... welch seltener Anblick. Was, ihr glaubt es nicht dass er nackig war?
Seht doch selbst wie er mit dem blanken Popsele auf dem Stein sitzt.


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Auf der anderen Straßenseite stimmte ein Bursche mit der Querflöte ein.
Auch er trug nichts am Leib – außer dem Musikantensäckel in dem er nach dem Spiel sein Instrument verstaute.

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Die beiden lustigen Musikanten geleiteten mich mit ihren Melodien aus dem Ort hinaus. Eine Wanderung außerhalb, am Fluss entlang, zwischen den Altwasserarmen, war dann doch mehr nach meinem Geschmack als dieses zumindest sonntags menschenleere Städtchen.

Es hat sich gelohnt – Natur pur auf meinem Rundweg um die halbe Stadt. Ein schöner Kontrast zu dem vorher Gesehenen.

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