D
Der Bolf
Guest
Eine Besonderheit des Ruhrgebietes stellt die Emscher dar. Die Emscher ist ein Fluß, der in Holzwickede entspringt und nach ca. 80 km im Rhein mündet. Das Besondere an dem Gewässer ist die Tatsache, dass es als offener Abwasserkanal benutzt wird. Wenn es richtig warm draußen ist, stinkt dieser Fluß schon mal zum Himmel. Hier fließen die einzelnen Abwasser der Industrie und der Privathaushalte zusammen. Normalerweise werden die Abwässer durch Rohre unterirdisch abgeführt. Im Ruhrgebiet geht das aber nicht. Der Untergrund ist löchrig wie ein Schweizer Käse durch die vielen Schächte des Kohleabbaus. Entsprechend sackt das Gebiet ab. Dort wo ich wohne, sind weite Gebiete bis zu 30 Meter abgesackt. Man kann sich vorstellen, was das bedeutet, wenn man das Abwasser durch Rohre geleitet hätte. Die hätten dieses Absenken des Bodens nicht mitmachen können. Aus diesem Grunde hat man die Emscher und auch ihre Zuflüsse zu offenen Abwasserläufen gemacht. Noch ein weiteres Phänomen ergibt sich aus der Bodenabsenkung. In den alten Schächten sammelt sich Grubenwasser, welches ständig abgepumpt werden muss. Einerseits, damit es sich nicht mit dem Grundwasser vermischt und andererseits, damit die abgesackten Gebiete nicht absaufen. Das Grubenwasser wird ebenfalls in die Emscher geleitet. Ohne diese Pumpen wären weite Teile des Ruhrgebietes eine Seenplatte.
Nachdem es nun keinen Bergbau mehr gibt und die letzte Zeche (Prosper-Haniel in Bottrop) Ende des Jahres schließt, ist auch die Gefahr durch weitere Absenkungen nicht mehr gegeben. Im Zuge eines Jahrhundertprojekts beginnt die Emschergenossenschaft, ein Zusammenschluß verschiedener Städte, mit der Renaturierung der Emscher und aller ihrer Zuflüsse. Es wird ein gigantischer unterirdischer Abwasserkanal gebaut, der von Dortmund bis Dinslaken reicht. Dazwischen sorgen gewaltige Pumpwerke dafür, dass auch ein gleichbleibendes Gefälle vorhanden ist. Wie schon erwähnt, sind ja weite Gebiete abgesackt, was für Flüssigkeiten nicht so gut ist, da sie nicht bergauf fließen können. Das Teilstück von Dortmund bis zum Klärwerk Bottrop ist bereits fertig und soll voraussichtlich in diesem Jahr in Betrieb gehen.
Nun aber genug von der einführenden Theorie. Es wird Zeit, auch etwas für das Auge zu bieten, damit der Leser sich auch visuell ein Bild machen kann. So nach und nach werde ich Bilder von der Emscher hier einstellen. Ich bin den Fluß schon abgefahren von der Quelle bis zur Mündung. Ich fange mal mittendrin mit dem Klärwerk Bottrop an.
Direkt am Klärwerk ist ein kleiner künstlicher Wasserfall. Der sorgt durch seine Engstelle für eine erhöhte Durchflussgeschwindigkeit und Sauerstoff. Es verhindert, dass das Wasser penetrant stinkt. Von oben auf dem Deich könnte man annehmen, das Wasser da unten wäre sauber. Aber das ist ein Trugschluß.

In der Nahaufnahme sieht man deutlich, wie trübe das Wasser ist. Das eigentlich schlimme sind aber nicht die Dreckpartikel, die man sieht. Das was man nicht sieht, ist weitaus gefährlicher. Ich habe mir sagen lassen, dass der Emschercocktail aus ca. 200 Chemikalien besteht.

Man könnte annehmen, in Reichweite des Klärwerks würde es mächtig stinken. Tut es aber nicht. Rund um das Klärwerk mit seinen 4 Faultürmen ist Wohnbebauung und die Leute wohnen gerne dort. So mancher stellt sich bestimmt auch die Frage, warum ich mir das antue, an so einem stinkendem Fluß entlang zu fahren. Okay, die Frage ist berechtigt. Es gibt Stellen, da ist es wirklich nicht angenehm. Aber das sind nicht viele. Der Emscher-Radweg ist eine vielbesuchte Route, weil es hier viele spannende Dinge zu sehen gibt. Das kann nicht jeder Fluß bieten. Und genau über diese spannenden Dinge an der Emscher will ich in loser Folge berichten.Das Klärwerk gehört jetzt zwar nicht zu den beindruckensten Blickfängen auf dieser Tour, aber es ist Teil davon. Deshalb hier ein paar Bilder.




Nachdem es nun keinen Bergbau mehr gibt und die letzte Zeche (Prosper-Haniel in Bottrop) Ende des Jahres schließt, ist auch die Gefahr durch weitere Absenkungen nicht mehr gegeben. Im Zuge eines Jahrhundertprojekts beginnt die Emschergenossenschaft, ein Zusammenschluß verschiedener Städte, mit der Renaturierung der Emscher und aller ihrer Zuflüsse. Es wird ein gigantischer unterirdischer Abwasserkanal gebaut, der von Dortmund bis Dinslaken reicht. Dazwischen sorgen gewaltige Pumpwerke dafür, dass auch ein gleichbleibendes Gefälle vorhanden ist. Wie schon erwähnt, sind ja weite Gebiete abgesackt, was für Flüssigkeiten nicht so gut ist, da sie nicht bergauf fließen können. Das Teilstück von Dortmund bis zum Klärwerk Bottrop ist bereits fertig und soll voraussichtlich in diesem Jahr in Betrieb gehen.
Nun aber genug von der einführenden Theorie. Es wird Zeit, auch etwas für das Auge zu bieten, damit der Leser sich auch visuell ein Bild machen kann. So nach und nach werde ich Bilder von der Emscher hier einstellen. Ich bin den Fluß schon abgefahren von der Quelle bis zur Mündung. Ich fange mal mittendrin mit dem Klärwerk Bottrop an.
Direkt am Klärwerk ist ein kleiner künstlicher Wasserfall. Der sorgt durch seine Engstelle für eine erhöhte Durchflussgeschwindigkeit und Sauerstoff. Es verhindert, dass das Wasser penetrant stinkt. Von oben auf dem Deich könnte man annehmen, das Wasser da unten wäre sauber. Aber das ist ein Trugschluß.

In der Nahaufnahme sieht man deutlich, wie trübe das Wasser ist. Das eigentlich schlimme sind aber nicht die Dreckpartikel, die man sieht. Das was man nicht sieht, ist weitaus gefährlicher. Ich habe mir sagen lassen, dass der Emschercocktail aus ca. 200 Chemikalien besteht.

Man könnte annehmen, in Reichweite des Klärwerks würde es mächtig stinken. Tut es aber nicht. Rund um das Klärwerk mit seinen 4 Faultürmen ist Wohnbebauung und die Leute wohnen gerne dort. So mancher stellt sich bestimmt auch die Frage, warum ich mir das antue, an so einem stinkendem Fluß entlang zu fahren. Okay, die Frage ist berechtigt. Es gibt Stellen, da ist es wirklich nicht angenehm. Aber das sind nicht viele. Der Emscher-Radweg ist eine vielbesuchte Route, weil es hier viele spannende Dinge zu sehen gibt. Das kann nicht jeder Fluß bieten. Und genau über diese spannenden Dinge an der Emscher will ich in loser Folge berichten.Das Klärwerk gehört jetzt zwar nicht zu den beindruckensten Blickfängen auf dieser Tour, aber es ist Teil davon. Deshalb hier ein paar Bilder.










































































































