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grischuna
Guest
Wenige Kilometer von der Quelle des Rheins weg geboren und aufgewachsen, möchte ich euch den Hauptort des Kantons Graubünden kurz vorstellen. Chur, die verbrieft älteste Stadt der Schweiz, deren autofreie Flanierzone mit den vielen Strassencafés und den total aufgestellten Bündnern und ihrem markanten Dialekt, besuche ich als heruntergekommener Bündner (so bezeichne ich einen ins Flachland gezogenen Bündner) bei jeder sich bietenden Gelegenheit.Am Stadtrand von Chur, unmittelbar am Rhein, befindet sich Camping Au .
Wenige Kilometer von Chur entfernt liegt der Camping Neue Ganda, Landquart
Dort wo der Alpenrhein sein grosses Knie beginnt, zwischen dem Ausgang des Schanfiggs (vorn) und dem Calanda (hinten), auf dem Schuttkegel der Plessur, liegt Chur. Die ungeheuren Schuttmassen der Plessur ergiessen sich im regelmässigen Halbrund 2,5 km weit auf alle Seiten mit einer Neigung von 1,3 Prozent. Der Schwemmfächer drängt den Rhein ab bis an den Fuss des aus Kalkgestein aufgebauten Calanda. Die Stadt entstand an der oberen Spitze des Schuttkegels, am Plessurdurchbruch durch den Montalin, der einzigen Stelle, wo eine Brücke über das Wildwasser gebaut werden konnte und auch heute noch besteht. Unterhalb der Stadt verästelte sich die Plessur und verlegte ihren Lauf immer wieder, häufige Sintfluten und Muren verursachend, bis der Fluss kanalisiert wurde. Natürlich drehten sich hier viele Wasserräder mit Mühlen, Sägereien und anderen Fabriken.
Chur ist nicht nur die älteste Stadt, Gemeinde und Hauptstadt des Kantons Graubünden, sondern sogar die älteste Stadt der ganzen Schweiz. Die Funktion als Brücken-, Zoll- und Sperrstelle ist schon vorrömisch. Die gewerblich-industrielle Bedeutung dank der Wasserkraft wurde oben bereits erwähnt. Über den Weg der Bischofsresidenz (ab 1116), der Freien Reichsstadt (ab 1464) und schliesslich der Kantonshauptstadt (ab 1820) wurde Chur auch das bedeutendste Dienstleistungszentrum.
Die wichtigste Funktion der Stadt ist jedoch die als Verkehrsknoten, liegt Chur doch am Fuss der ältesten transalpinen Pässe. Denn schon im Altertum gab es drei bedeutende Alpentransitrouten: im Westen der Simplon, im Osten der Brenner und im Zentrum die Bündner Pässe; der Gotthard war wegen der Schöllenenschlucht noch nicht begehbar. Chur beherrschte all diese zentralen Alpentransitrouten. Erst im 12. und 19.Jh. bekamen diese durch die Gotthard-Eröffnung eine Konkurrenz. Chur war seit jeher eine riesige Drehscheibe. Ausser der Prättigauer Strasse, die bereits 15 km vor Chur abzweigt, strahlen sämtliche regionalen Zugangsrouten von Chur aus ab.
Der Ort war schon in der Jungsteinzeit, 3000 v.Chr. oder früher, besiedelt. Der Name stammt vom keltischen Koria (Sippe). Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer Rätien. Kaiser Diokletian teilte Rätien auf, und Curia Raetorum scheint Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Raetia Prima geworden zu sein. Diese erstreckte sich vom Bodensee bis zu den oberitalienischen Seen und in den Vinschgau.
Im 4. Jahrhundert wurde das Bistum Chur als erstes Bistum nördlich der Alpen gegründet. Auf einer Felsrippe über dem Schuttkegel liegt der bischöfliche Hof. Hier entstand auch die heute berühmte Kathedrale.
Am Fuss der Felsbastion drängt sich rechts der Plessur die Altstadt. Sie wurde mit einer wuchchtigen Stadtmauer ummauert, von der heute noch Stücke erhalten sind. Nach der Römerzeit entstand links der Plessur die bäuerlich-gewerbliche Siedlung Welschdörfli, die ausserhalb der Stadmauern blieb.
Von hier aus hat sich die Siedlungsfläche immer weiter auf den Schwemmfächer ausgebreitet, so dass die Bebauung heute fast den Rhein erreicht. Hier wohnen 20% der Bevölkerung des gesamten Kantons. Chur ist einwohnermässig die grösste Gemeinde Graubündens (35000 E), die kleinste mit nur 20 Einwohnern war bis 1980 Landarenca im Calancatal, dann wurde sie in Arvigo eingemeindet. Graubünden zählt über 200 Gemeinden. Das Wachstum der Stadtgemeinde Chur ist kleiner als das vieler Kurorte. Es beträgt in 10 Jahren etwa 25 %, während sich Silvplana in derselben Zeit verdoppelte. Auch im Vergleich mit anderen Schweizer Kantonshauptorten hinkt Chur in Sachen Grösse und Wachstum hintennach, was auf die dünne Besiedlung des riesigen, bergigen Hinterlandes zurückzuführen ist.
Schon 1820 gab es Eilwagendienste zwischen Zürich und Chur und von Chur über den Splügen nach Chiavenna. Nach der Trockenlegung und Zähmung des Schwemmfächers konnte auch die Eisenbahn, der Bahnhof und später die Autobahn-Umfahrung Churs gebaut werden. Seit 1858 ist der Bahnhof Chur (Bild) Endpunkt der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und Zentrum des grössten Schmalspurbahn-Netzes Europas, das 1896 angeschlossen wurde (Rhätische Bahn mit 384 km Streckenlänge; die Albula- und die Berninalstrecken wurden in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen). Die Davoser-Unterengadiner Linien, Davoser-Ringtallinie, Thusis-Oberengadiner/Puschlaver Linien, die Aroser Linie sowie die Oberalp-Furka-Linie gehen von hier aus. Chur ist auch das Zentrum von 70 Postautolinien mit einer Netzlänge von 1300 km und einer Beförderung von jährlich 5 Millionen Reisenden. In Chur gibt es eine Luftseilbahn, im ganzen Bündnerland sind es deren 40. Fünf Standseilbahnen, 46 Gondel- und Sesselbahnen und 327 Skilifts gehören ebenfalls zum Bündner Verkehrsnetz. In Samedan liegt auf 1800 m Höhe der höchstgelegene Flugplatz Europas, der 1976 15‘000 Flugbewegungen mit 13‘000 Passagieren zählte, bis hin zu direkten Überseeverbindungen mit Boeing 737.
Doch nun zurück zu Chur. Alle Funktionen der Stadt unterordnen sich bis heute der des Verkehrsknotens und seiner Infrastruktur. In Bahnhofnähe befinden sich deshalb viele Dienststellen, Depots, Werkstätten. Lagerhallen, Hotels, Versicherungen, Speditionsfirmen, Reisebüros, Banken, Warenhäuser, Sportgeschäfte und andere Läden. Dazu kommt der durch die 5-7-Sprachigkeit (Amtssprachen 3, Schulsprachen bis 2003 7) komplizierte, kantonale Verwaltungsapparat; die Stadt ist eine ausgesprochene Angestellten-Gemeinde.
Chur profitiert klimatisch vom Föhn und von einer durch hohe Berge ausserordentlich geschützten Lage. An den Steilhängen des Calanda gedeiht nicht nur eine xerotherme Flora, in einzelnen Gärten stehen sogar Palmen, und auch die Reben auf Stadtgebiet sind noch nicht ganz verschwunden. Die Temperaturen sind ausgeglichen. Im Januar beträgt die mittlere Temperatur -1 Grad, im Juli 17 Grad. Nebel gibt es nur an 6-7 Tagen im Jahr. Chur ist auch relativ trocken, die jährliche Niederschlagsmenge beträgt nur 86 cm, während sie in Landquart 106 cm, in Maienfeld gar 120 cm erreicht.
Das mehrsprachige, multikulturelle Chur ist reich an Kunst- und Kulturstätten, Brauchtum und Baudenkmälern. Die sorgfältige Pflege alter Kulturgüter, die Lage zwischen imposanten Gebirgs- und Naturlandschaften, die landschaftlichen und klimatischen Vorzüge und die rasche Erreichbarkeit der grossen Städte wie Mailand, Zürich und München über die Autobahnen machen Chur zu einem der attraktivsten Wohngebiete in der Schweiz.
Das besondere Ambiente der Stadt Chur, die Offenheit, Fröhlichkeit und Herzlichkeit der Churerinnen und Churer werdet ihr nie vergessen.
Wenige Kilometer von Chur entfernt liegt der Camping Neue Ganda, Landquart
Dort wo der Alpenrhein sein grosses Knie beginnt, zwischen dem Ausgang des Schanfiggs (vorn) und dem Calanda (hinten), auf dem Schuttkegel der Plessur, liegt Chur. Die ungeheuren Schuttmassen der Plessur ergiessen sich im regelmässigen Halbrund 2,5 km weit auf alle Seiten mit einer Neigung von 1,3 Prozent. Der Schwemmfächer drängt den Rhein ab bis an den Fuss des aus Kalkgestein aufgebauten Calanda. Die Stadt entstand an der oberen Spitze des Schuttkegels, am Plessurdurchbruch durch den Montalin, der einzigen Stelle, wo eine Brücke über das Wildwasser gebaut werden konnte und auch heute noch besteht. Unterhalb der Stadt verästelte sich die Plessur und verlegte ihren Lauf immer wieder, häufige Sintfluten und Muren verursachend, bis der Fluss kanalisiert wurde. Natürlich drehten sich hier viele Wasserräder mit Mühlen, Sägereien und anderen Fabriken.
Chur ist nicht nur die älteste Stadt, Gemeinde und Hauptstadt des Kantons Graubünden, sondern sogar die älteste Stadt der ganzen Schweiz. Die Funktion als Brücken-, Zoll- und Sperrstelle ist schon vorrömisch. Die gewerblich-industrielle Bedeutung dank der Wasserkraft wurde oben bereits erwähnt. Über den Weg der Bischofsresidenz (ab 1116), der Freien Reichsstadt (ab 1464) und schliesslich der Kantonshauptstadt (ab 1820) wurde Chur auch das bedeutendste Dienstleistungszentrum.
Die wichtigste Funktion der Stadt ist jedoch die als Verkehrsknoten, liegt Chur doch am Fuss der ältesten transalpinen Pässe. Denn schon im Altertum gab es drei bedeutende Alpentransitrouten: im Westen der Simplon, im Osten der Brenner und im Zentrum die Bündner Pässe; der Gotthard war wegen der Schöllenenschlucht noch nicht begehbar. Chur beherrschte all diese zentralen Alpentransitrouten. Erst im 12. und 19.Jh. bekamen diese durch die Gotthard-Eröffnung eine Konkurrenz. Chur war seit jeher eine riesige Drehscheibe. Ausser der Prättigauer Strasse, die bereits 15 km vor Chur abzweigt, strahlen sämtliche regionalen Zugangsrouten von Chur aus ab.
Der Ort war schon in der Jungsteinzeit, 3000 v.Chr. oder früher, besiedelt. Der Name stammt vom keltischen Koria (Sippe). Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer Rätien. Kaiser Diokletian teilte Rätien auf, und Curia Raetorum scheint Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Raetia Prima geworden zu sein. Diese erstreckte sich vom Bodensee bis zu den oberitalienischen Seen und in den Vinschgau.
Im 4. Jahrhundert wurde das Bistum Chur als erstes Bistum nördlich der Alpen gegründet. Auf einer Felsrippe über dem Schuttkegel liegt der bischöfliche Hof. Hier entstand auch die heute berühmte Kathedrale.
Am Fuss der Felsbastion drängt sich rechts der Plessur die Altstadt. Sie wurde mit einer wuchchtigen Stadtmauer ummauert, von der heute noch Stücke erhalten sind. Nach der Römerzeit entstand links der Plessur die bäuerlich-gewerbliche Siedlung Welschdörfli, die ausserhalb der Stadmauern blieb.
Von hier aus hat sich die Siedlungsfläche immer weiter auf den Schwemmfächer ausgebreitet, so dass die Bebauung heute fast den Rhein erreicht. Hier wohnen 20% der Bevölkerung des gesamten Kantons. Chur ist einwohnermässig die grösste Gemeinde Graubündens (35000 E), die kleinste mit nur 20 Einwohnern war bis 1980 Landarenca im Calancatal, dann wurde sie in Arvigo eingemeindet. Graubünden zählt über 200 Gemeinden. Das Wachstum der Stadtgemeinde Chur ist kleiner als das vieler Kurorte. Es beträgt in 10 Jahren etwa 25 %, während sich Silvplana in derselben Zeit verdoppelte. Auch im Vergleich mit anderen Schweizer Kantonshauptorten hinkt Chur in Sachen Grösse und Wachstum hintennach, was auf die dünne Besiedlung des riesigen, bergigen Hinterlandes zurückzuführen ist.
Schon 1820 gab es Eilwagendienste zwischen Zürich und Chur und von Chur über den Splügen nach Chiavenna. Nach der Trockenlegung und Zähmung des Schwemmfächers konnte auch die Eisenbahn, der Bahnhof und später die Autobahn-Umfahrung Churs gebaut werden. Seit 1858 ist der Bahnhof Chur (Bild) Endpunkt der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und Zentrum des grössten Schmalspurbahn-Netzes Europas, das 1896 angeschlossen wurde (Rhätische Bahn mit 384 km Streckenlänge; die Albula- und die Berninalstrecken wurden in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen). Die Davoser-Unterengadiner Linien, Davoser-Ringtallinie, Thusis-Oberengadiner/Puschlaver Linien, die Aroser Linie sowie die Oberalp-Furka-Linie gehen von hier aus. Chur ist auch das Zentrum von 70 Postautolinien mit einer Netzlänge von 1300 km und einer Beförderung von jährlich 5 Millionen Reisenden. In Chur gibt es eine Luftseilbahn, im ganzen Bündnerland sind es deren 40. Fünf Standseilbahnen, 46 Gondel- und Sesselbahnen und 327 Skilifts gehören ebenfalls zum Bündner Verkehrsnetz. In Samedan liegt auf 1800 m Höhe der höchstgelegene Flugplatz Europas, der 1976 15‘000 Flugbewegungen mit 13‘000 Passagieren zählte, bis hin zu direkten Überseeverbindungen mit Boeing 737.
Doch nun zurück zu Chur. Alle Funktionen der Stadt unterordnen sich bis heute der des Verkehrsknotens und seiner Infrastruktur. In Bahnhofnähe befinden sich deshalb viele Dienststellen, Depots, Werkstätten. Lagerhallen, Hotels, Versicherungen, Speditionsfirmen, Reisebüros, Banken, Warenhäuser, Sportgeschäfte und andere Läden. Dazu kommt der durch die 5-7-Sprachigkeit (Amtssprachen 3, Schulsprachen bis 2003 7) komplizierte, kantonale Verwaltungsapparat; die Stadt ist eine ausgesprochene Angestellten-Gemeinde.
Chur profitiert klimatisch vom Föhn und von einer durch hohe Berge ausserordentlich geschützten Lage. An den Steilhängen des Calanda gedeiht nicht nur eine xerotherme Flora, in einzelnen Gärten stehen sogar Palmen, und auch die Reben auf Stadtgebiet sind noch nicht ganz verschwunden. Die Temperaturen sind ausgeglichen. Im Januar beträgt die mittlere Temperatur -1 Grad, im Juli 17 Grad. Nebel gibt es nur an 6-7 Tagen im Jahr. Chur ist auch relativ trocken, die jährliche Niederschlagsmenge beträgt nur 86 cm, während sie in Landquart 106 cm, in Maienfeld gar 120 cm erreicht.
Das mehrsprachige, multikulturelle Chur ist reich an Kunst- und Kulturstätten, Brauchtum und Baudenkmälern. Die sorgfältige Pflege alter Kulturgüter, die Lage zwischen imposanten Gebirgs- und Naturlandschaften, die landschaftlichen und klimatischen Vorzüge und die rasche Erreichbarkeit der grossen Städte wie Mailand, Zürich und München über die Autobahnen machen Chur zu einem der attraktivsten Wohngebiete in der Schweiz.
Das besondere Ambiente der Stadt Chur, die Offenheit, Fröhlichkeit und Herzlichkeit der Churerinnen und Churer werdet ihr nie vergessen.